Walter Arnold Steffen

Begnadeter Maler mit tristem Menschenbild: Eine Monografie zum Werk des gesellschaftlichen Aussenseiters Walter Arnold Steffen.

 

 

Titelinformation

Peter F. Althaus. Mit Erinnerungen von Hansjörg Braunschweig und Willi Stingel sowie einem Fotobeitrag von Heini Stucki

1. Auflage

, 2002

Gebunden

160 Seiten, 59 farbige und 25 sw Abbildungen

20 x 27 cm

ISBN 978-3-85881-125-7

Inhalt

Walter Arnold Steffen (1924–1982) war das dritte von zwölf Kindern, wuchs jedoch bei Pflegeeltern, in Heimen und Erziehungsanstalten auf. Ab 1941 arbeitete er als Knecht und Ausläufer. 1944 wurde er wegen Geld- und Alkoholproblemen unter Vormundschaft gestellt. Anfang der 1950er-Jahre – er verdiente als Autowäscher und -polierer seinen Lebensunterhalt – begann er in Zürich zu malen und freundete sich mit Künstlern und Schriftstellern wie Friedrich Kuhn, Muz Zeier oder Clemens Mettler an.
Zeit seines Lebens bevormundet, pendelte Steffen zwischen den psychiatrischen Kliniken Burghölzli, Münsingen und Rheinau und einem hektischen Leben in «Freiheit». Er hatte wechselnde Ateliers und wohnte bei Freunden oder in der Herberge zur Heimat der Heilsarmee. Die Malerei war für ihn die einzige Möglichkeit, Leiden und Trauer, körperliche und seelische Sehnsüchte auszudrücken und zu ordnen. Die Monografie stellt das Werk dieses aussergewöhnlichen Malers umfassend vor.

 

«Wenn wir auf höchsten Ebenen sind Überglücklich Einsam verlassen innen rein waagrecht.» Walter Arnold Steffen

 

«Ich versuchte zu lernen, in seiner Kunst sein Leben, in seiner Lebendigkeit seine Kunst zu sehen und stellte fest, wie diese Interdependenz – bei jedem Künstler eine Selbstverständlichkeit – bei ihm als eine permanente Überbrückungsarbeit zwischen kaum zu integrierenden Weltsichten zu erfahren war.» Peter F. Althaus

Autoren & Herausgeber

Peter F. Althaus

 (*1931, Rumänien), seit 1956 Kunstpublizist. 1959–1968 Leiter des Kunstmuseums Luzern und 1968–1973 Direktor der Kunsthalle Basel. 1964–1986 Chefredaktor der Kunstnachrichten. Publikation mehrerer Monografien über Künstler.

Hansjörg Braunschweig

 (1930–1999), sozialdemokratischer Politiker. 1956–1966 Arbeit beim Service Civil International, bei der Internationalen Liga der Rotkreuzgesellschaft in Algerien und beim Schweizerischen Arbeiterhilfswerk. 1966–1994 Amtsvormund der Stadt Zürich und in dieser Funktion Begleitung von Walter Arnold Steffen bis zu dessen Tod 1982.

Willi Stingel

 (*1922), Architekt.

Heini Stucki

 (*1949), Fotograf. Besuch der Fotoklasse in Vevey. Zahlreiche Publikationen, u.a. in der Zeitschrift du, Ausstellungen und Bücher. 1990 Fotopreis Kanton Bern. 1993 Kulturpreis der Stadt Biel.

Echo

«Sein Werk lässt sich nicht als peripheres, ästhetisches Phänomen ausgrenzen.» Juri Steiner

 

«Steffens Bildsprache ist, bei allen ausbrechenden und mitunter auch wilden Pinselzügen, differenziert, vielschichtig und voller Symbole und Subtilitäten, denen nachzuspüren den Reiz dieser Bildbetrachtung ausmacht.» Niklaus Oberholzer, Luzerner Neueste Nachrichten

 

«In Walter Arnold Steffens Bildern scheint sich zusammenzufügen, was in seinem Leben stets ungefügig war. Peter F. Althaus legt eine einfühlsame Analyse von Steffens Kunst vor – eine Kunst, die er der Art Brut zuteilt, weil sie sich durch eine von den Konventionen der zivilisierten Ästhetik weitgehend unberührte Kreativität auszeichnet.» Philipp Meier, Neue Zürcher Zeitung

 

«Erst 21 Jahre nach Steffens Tod erscheint eine gründliche Monografie, die das Werk, den Menschen und sein Umfeld frei von romantisch-dämonisierendem Zierrat in das Licht des Alltags stellt. Mit distanzierter Einfühlung, ohne Voyeurismus schildert der Verfasser Peter F. Althaus Begebenheiten eines Lebens, die zum allgemeinen Fortschritt und zur ‹Moderne› des 20. Jahrhunderts gar nicht passen.» Ludmila Vachtova, Tages-Anzeiger

 

«Die Publikation nähert sich Leben und Werk des bekannten Art-Brut-Künstlers behutsam an. Peter F. Althaus versteht es, die schwierigen sozialen und familiären Umstände seiner Herkunft, die glückliche Entdeckung der künstlerischen Begabung durch Architekt Willi Stingel in den 50er-Jahren und die Erfolge und Folgen als Künstler mit all ihren Widersprüchlichkeiten aufzuzeigen und ohne Überbewertung zu verknüpfen.» Ursula Badrutt Schoch, St. Galler Tagblatt

 

«Ein schönes Geschenk an den verstorbenen Aussenseiter und die weit zerstreuten, noch lebenden Saaner Geschwister, die ihren Bruder kaum gekannt haben. Der Verlag Scheidegger & Spiess hat mit der Monografie ein kleines Kunstwerk geschaffen.» Rolf P. Steiger, Anzeiger von Saanen