Der Mond als Schuh

Zeichnungen der San

Ein Bilderschatz, der lang verborgen war: Zeichnungen und Aquarelle der Ureinwohner Südafrikas vermitteln die Lebensweise der San. Die visuelle Enzyklopädie einer Kultur, die vom Aussterben bedroht ist.

 

 

Titelinformation

Zeichnungen und Aquarelle von Diä!kwain, /Han≠kass’o, !Nanni, Tamme, !Uma und Da. Herausgegeben von Miklós Szalay

1. Auflage

, 2002

Text Deutsch und Englisch

Gebunden

312 Seiten, 275 farbige und 70 sw Abbildungen

20.5 x 27 cm

ISBN 978-3-85881-138-7

Inhalt

Die San – oder Buschmänner – sind die Ureinwohner Südafrikas und Namibias. Heute pflegen noch rund 10 000 Menschen diese traditionelle Lebensweise. Ende des 19. Jahrhunderts dokumentierten die beiden ethnologischen Forscher Wilhelm Heinrich Bleek (1827–1875) und Lucy Catherine Lloyd (1834–1914) die Sprache und Kultur der San, die man damals schon dem Untergang geweiht wähnte. Aufgrund detailreicher Zeichnungen und Aquarelle gaben sechs Buschmänner den beiden Forschern Auskunft über ihre Lebenswelt: Pflanzen, Tiere, die Landschaft, alltägliche Verrichtungen und ausserordentliche Vorkommnisse bilden die wichtigsten Motive. Diese Zeichnungen, von den Herausgebern mit Erläuterungen zur Sprache ergänzt, sind eine bildnerische Enzyklopädie der traditionellen Lebensform im südlichen Afrika.
Dieses Buch zeigt erstmals eine repräsentative Auswahl von Zeichnungen und Aquarellen. Beiträge zu den rund 2000 Jahre alten Felsmalereien, zur Buschmann-Folklore sowie Werkgruppen zweier zeitgenössischer afrikanischer Künstler – Frédéric Bruly Bouabré (Côte d’Ivoire) und Keith Dietrich (Südafrika) – ergänzen den reich illustrierten Band.

 

Mit Beiträgen von Megan Biesele, Frédéric Bruly Bouabré, Elias Canetti, Janette Deacon, Keith Dietrich, Mathias G. Guenther, Roger L. Hewitt und Miklós Szalay

Autoren & Herausgeber

Megan Biesele

, Anthropologin. Koordinatorin beim Kalahari Peoples Fund, einer US-Non-Profit-Organisation für die San in Südafrika; Präsidentin der School of Expressive Culture, Austin, und College Station, Texas. Lehrbeauftragte an vier US-Universitäten. Seit 1970 bis heute aktiv in der Feldforschung in Namibia und Botswana.

Frédéric Bruly Bouabré

Elias Canetti

 (1905–1994), Schriftsteller. Georg Büchner-Preis 1972 und Nobelpreis für Literatur 1981. Der Text «Vorgefühl und Verwandlung bei den Buschmännern» stammt aus seinem theoretischen Hauptwerk Masse und Macht (1960).

Janette Deacon

, Archäologin. Autorin zahlreicher Publikationen zu den Sammlungen der Sprachwissenschaftler Wilhelm Heinrich Immanuel Bleek und Lucy Catherine Lloyd zur Felskunst und Archäologie der San. Davor am National Monument Council in Kapstadt tätig.

Keith Dietrich

Mathias Guenther

, Professor für Ethnologie an der Wilfrid Laurier University in Waterloo, Ontario (Kanada). Feldforschung in der Kalahari im westlichen Botswana, bei den Nharo-San, mit Schwerpunkt auf sozialem Wandel, Religion, Mythologie und Kunst.

Roger L. Hewitt

, Forschungsprofessor am Centre for Urban and Community Research, Goldsmiths College, Universität London. Publikation: Structure, Meaning and Ritual in the Narratives of the Southern San (1986).

Miklós Szalay

, Leiter der Abteilung Schwarzafrika am Völkerkundemuseum der Universität Zürich und Professor für Ethnologie. Mehrere Publikationen zur Geschichte der Khoisan in Südafrika, darunter The San and the Colonization of the Cape, 1770–1879 (1995).

Echo

«Wunderbar ausdrucksstarke Zeichnungen und Aquarelle der ältesten Bewohner des südlichen Afrikas, in denen weibliche Strausse, männliche Stachelschweine oder verschiedene essbare Pflanzen eine so unmittelbare, vitale Präsenz entwickeln, wie sie in unserem mediatisierten Lebenskontext nicht mehr einhol- und wohl auch nicht mehr darstellbar sind.» Kunst-Bulletin

 

«Der Herausgeber bewahrt mit diesem Buch die beiden San-Forscher und ihre Künstler vor dem Vergessen.» Irene M. Staehelin, International Journal of African Historical Studies


«Der Band ist in Form und Inhalt von höchster Qualität, auch weil er ganz neue Aspekte in der Geschichte der San beleuchtet.» Thomas Widlock, Anthropos

 

«Dieses wunderbare Buch gehört nicht nur in die Hände von Wissenschaftlern, jede und jeder mit Interesse an einer ebenso ungewöhnlichen wie ungeschönten Bildsprache wird sich an diesem Band delektieren.» Tilman Lenssen-Erz, Paideuma